DIE SCHMALSPURBAHN GMÜND WALDVIERTEL UND IHRE GESCHICHTE

Zu den Schmalspurbahnen im Waldviertel zählen insgesamt drei Eisenbahnstrecken. Diese führen von Gmünd Niederösterreich bis nach Heidenreichstein, Litschau und Groß Gerungs. Die Waldviertler Bahnen werden von der Niederösterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) und anderen Eisenbahnvereinen betrieben.

Ein Blick in die Geschichte der Schmalspurbahn Waldviertel Niederösterreich

In den frühen 1870er Jahren begann man mit der Kaiser-Franz-Josefs-Bahn von Prag nach Wien, das Waldviertels an das europaweite Eisenbahnnetz anzuschließen. Die Wirtschaft, aber auch der Tourismus erhielten in den jeweiligen Ortschaften so neuen Aufschwung. Es entstanden schon bald viele weitere Abzweiglinien. Als im Jahre 1895 das Niederösterreichische Landeseisenbahngesetz verordnet wurde, wurde der Bau der Bahnen um einiges erleichtert. Durch die damalige heimische Glasindustrie konnte das Projekt einer Schmalspurbahn von Erdweis bis nach Litschau schon bald in die Tat umgesetzt werden. 1896 bestimmte man Gmünd als Ausgangspunkt der Bahn. Die Straßengabelung nach Heidenreichstein wurde schließlich ein Jahr später ausgebaut.

Begründet wurde die Niederösterreichische Waldviertelbahn AG durch die Niederösterreichischen Landesbahnen im Sommer 1899. Ein Jahr später, im Juni 1900, erfolgte dann auch schon die erste Probefahrt und am 4. Juli 1900 nahm man den geregelten Bahnverkehr auf. Durch die Fortsetzung nach Groß Gerungs im März 1903 erreichte die Waldviertel Schmalspurbahn einen erneuten Aufschwung. Bad darauf plante man eine weitere Verbindung mit der Bahn Neuhaus - Neubistritz von Litschau bis nach Neubistritz (Tschechien), doch durch den Ersten Weltkrieg kam es zu finanziellen Problemen und die Verwirklichung dieses Projektes konnte nicht mehr realisiert werden. Ab 1904 setzte man im Personentransport schließlich auch Dampftriebwagen ein. Der Fremdenverkehr verbesserte sich zunehmend und die Region schaffte den Anschluss an die damalige Wirtschaftsentwicklung. Dank des neuen innovativen Transportmittels erhielt die heimische Glas- und Textilindustrie, neben der bereits dagewesenen Holzindustrie, ebenfalls neuen Aufschwung und wurde konkurrenzfähig.

Nach verschiedenen Problemen, die der Ersten Weltkrieg mit sich zog, wurde Gmünd nach der festgelegten Grenzziehung im Vertrag von Saint-Germain geteilt. Einige Kilometer der Bahnstrecke und die gänzliche Anlage befanden sich nun in in der Tschechoslowakei, der tschechische Abschnitt von Gmünd hieß ab nun an České Velenice. 1946 wurde die Haltestelle von “Gmünd Stadt” in “Gmünd NÖ” umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die allgemeine Motorisierung einen Rückgang des Personenverkehrs mit sich und es wurden großteils Diesellokomotiven eingesetzt. Zwischen 1980 und 1985 wurden die Bregenzerwaldbahn eingestellt und einige Streckenteile nach Gmünd umstationiert. 1982 war die Schmalspurbahn Waldviertel der letzte Bahnbetrieb in Österreich, der Dampflokomotiven fahrplanmäßig im regelmäßigen Betrieb hatte (mit Ausnahme der Zahnradbahn für den Tourismus).

Im Jänner 2001 stellte man den Verkehr zwischen Gmünd und Litschau ein und die letzte Fahrt mit dem Personenzug folgte sogleich. Seit 2006 finden zudem keine grenzüberschreitenden Verbindungsfahrten mehr statt. Im Dezember 2010  wurde die Schmalspurbahn vom Land Niederösterreich übernommen und wieder für touristische Zwecke genutzt. Zwei Jahre später präsentierte man den Dieseltriebwagen in Litschau in völlig neuem Golddesign der Öffentlichkeit. Es folgten weitere Revisionsarbeiten der Triebwagen. Im Mai 2014 folgte der Neubau des getrennten Schmalspur-Bahnhofes, der eine Länge von 120 Metern aufweist.

Urlaub im Waldviertel: Die Schmalspurbahn fährt wieder

Ab den 01. Mai 2017 nimmt die Schmalspurbahn Waldviertel wieder ihren Betrieb auf. Getreu nach dem Motto „Einsteigen und Kraft tanken” können schon bald wieder genussvolle Ausfahrten mit dem goldenen Dieseltriebwagen oder der nostalgischen Garnitur unternommen werden. Am 20. Mai 2017 findet in Weitra das große Bahnhofsfest zum 115-jährigen Jubiläum der Bahnstrecke Gmünd - Steinbach statt. Ein Top-Event im Waldviertler Veranstaltungskalender, das auch Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen dürfen!  An diesem Tag erwartet Sie ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm mit erlebnisreichen Pendelfahrten, interessanten Sonderzügen, Blasmusik, einer speziellen Ausstellung am Bahnhof in Weitra, kulinarischen Verköstigungen und vielem mehr.

Faszinierende Themenfahrten in Niederösterreich

Auf dem abwechslungsreichen Programm stehen dieses Jahr insgesamt 21 faszinierende Themenfahrten: Neben Fahrten mit der historischen Dampflok und dem Westernzug, erwarten Sie der bekannte Musikexpress sowie spezielle Fahrten für leidenschaftliche Hobbyfotografen. Zudem sind wieder eigene Gruppenangebote für dieses Jahr geplant. Sie sehen - es ist für jeden Geschmack das richtige Angebot dabei!

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